Rund um den Budapester Flughafen Liszt Ferenc kursiert in Reiseforen seit Jahren derselbe Tipp: Wenige Kilometer vor den Terminals, in der Wohnsiedlung von Vecsés, gibt es kostenloses Parken am Straßenrand, dort kann man das Auto eine Woche stehen lassen, und von da an ist es nur noch eine Busfahrt. Damit ist nun sichtbar Schluss. Die Stadt Vecsés hat bei einem Bürgerforum ein Parkkonzept vorgestellt, dessen erklärtes Ziel es ist, die Stellplätze der Siedlung denjenigen zurückzugeben, die dort wohnen.
Die Zusammenfassung nach dem Forum gab Bürgermeister Csaba Szlahó, auch als Video: die Stellungnahme ist hier zu sehen (auf Ungarisch). Das Folgende gibt weitgehend seine Worte wieder.
Die beim Forum genannten Zahlen sind eindeutig: In den vergangenen drei Jahren ist die Zahl der in der Siedlung geparkten Autos um rund fünfundzwanzig Prozent gestiegen, die Auslastung hat hundert Prozent erreicht. An den meisten Werktagen gibt es also schlicht keinen freien Platz.
Nach Darstellung des Bürgermeisters werden diese Plätze nicht in erster Linie von den Anwohnern belegt. Er nannte vier Gruppen:
„Sortieren wir diejenigen aus, die nicht hierhergehören“ – so fasste der Bürgermeister die Logik zusammen. „Räumen wir diese Trittbrettfahrer weg, und dann sehen wir, wie viele Stellplätze es gibt, und erst danach können alle weiteren Maßnahmen folgen.“ Das Konzept ist damit bewusst ein erster Schritt und keine endgültige Lösung: Zuerst zeigt sich, wie viel Platz frei wird, die übrigen Entscheidungen folgen danach.
Nach dem beim Bürgerforum vorgestellten Entwurf ruht das System auf zwei Säulen: der Registrierung der Anwohner und der Parkscheibe für Besucher.
Die Gebühr für das zweite Auto rief die meisten Einwände hervor. Die Begründung des Bürgermeisters ist einfach: Die Zahl der verfügbaren Plätze ist endlich, und wer mit zwei Autos auf öffentlichem Grund steht, belegt doppelt so viel Fläche – deshalb setzt das System einen Anreiz, dass jeder mit Garage oder Tiefgaragenplatz diesen auch nutzt.
Eine wiederkehrende Frage des Forums war, ob es hier um Einnahmen geht. Der Bürgermeister wies das entschieden zurück: Nach seiner Darstellung wird das System die Stadt Geld kosten, weil zusätzliches Personal für die Kontrolle eingestellt, das Gebiet beschildert und die technische Grundlage aufgebaut werden muss.
Darüber hinaus werden die öffentlichen Flächen der Siedlung – die Parkplätze, die Grünflächen, der Spielplatz – weiterhin von der Stadt instand gehalten, und auch die beim Forum angesprochenen Verkehrsmaßnahmen (Bodenschwellen, Spiegel, neue Fahrbahnmarkierungen) zahlt die Kommune. „Das lässt sich nicht aus dieser gewinnorientierten Perspektive verstehen“ – so der Bürgermeister. „Es geht darum, dass Ordnung herrscht und dass es auch in der Siedlung Parkplätze gibt.“
Das Carsharing war ein eigenes Thema. Vor dem Forum war die Behauptung verbreitet worden, die Kommune habe einen Vertrag mit einem der Carsharing-Anbieter. Nach Aussage des Bürgermeisters ist das eine Falschinformation: Eine solche Vereinbarung wurde nie mit irgendjemandem geschlossen. Vor Jahren habe ein Unternehmen wegen der Anmietung von Stellplätzen angefragt, mangels Parkverordnung habe man damals aber nichts vermieten können, und seitdem habe sich die Firma nicht mehr gemeldet.
Tatsächlich geschehen ist Folgendes: Die Carsharing-Anbieter haben die Siedlung auf ihren eigenen Karten als kostenlosen Parkplatz markiert, und es gab Zeiträume, in denen dort gleichzeitig zwanzig ihrer Autos standen. Die Stadt hat zunächst MOL Limo aufgefordert, die Fahrzeuge zu entfernen; heute verwarnt und bebußt sie das Unternehmen, ebenso die Autos von GreenGo.
Der Bürgermeister zog dabei eine Grenze: Wenn ein Anwohner gelegentlich mit einem geteilten Auto nach Hause kommt, ist das etwas anderes, als wenn fünfzehn oder zwanzig Fahrzeuge dauerhaft in der Siedlung stehen. Bei den Autovermietungen gehe es zudem nicht nur um den belegten Platz, sondern auch um die Unordnung rund um die zurückgebrachten Fahrzeuge.
Nicht ab morgen. Die Reihenfolge lautet nach Angaben des Bürgermeisters: Die Vorschläge der Bewohner werden in den Entwurf eingearbeitet, die Verordnung wird beschlossen, das Kontrollpersonal wird aufgebaut, das Gebiet wird beschildert – und erst danach kommt die Einführung.
In der Praxis bedeutet das die erste Jahreshälfte des kommenden Jahres, etwa den Februar, mit einer dreimonatigen Probephase. Während der Probezeit liegt der Schwerpunkt auf Verwarnungen, echte Sanktionen folgen erst danach. Wer in den nächsten Monaten reist, findet also noch den alten Zustand vor – zur Sommersaison 2027 wird das System aber bereits laufen.
Dass die Möglichkeiten für „kostenloses Parken“ rund um Ferihegy weiter schrumpfen. Ein Platz in den Straßen der Siedlung war ohnehin nie garantiert; künftig gilt in den Parkscheibenzonen eine Stunde, und im Wohngebiet wird ohne Registrierung nichts mehr legal sein – für die Dauer eines einwöchigen Urlaubs erst recht nicht. Ab dem kommenden Frühjahr ist das Abstellen des Autos dort keine Ersparnis mehr, sondern ein Bußgeldrisiko.
Das sollte man zusammen mit dem lesen, was über das Parken am Straßenrand und am Grabenrand bereits gesagt wurde: kostenloses Flughafenparken kostet selten wirklich nichts. Dort ist das Risiko das unbeaufsichtigte Auto, hier ist es die Regelung – das Ergebnis ist in beiden Fällen dasselbe: Ausgerechnet der Punkt, der am berechenbarsten sein sollte, wird zum unberechenbarsten der ganzen Reise – nämlich wo Ihr Auto steht, während Sie weg sind.
Ein bewachter Parkplatz mit Kameras ist dagegen eine kalkulierbare Größe: Sie haben einen garantierten Platz, Sie wissen, was er kostet, und der Transfer bringt Sie zum Terminal. Die Preise und Leistungen der Parkplätze in Flughafennähe vergleichen Sie in wenigen Minuten:
Das gesamte Angebot finden Sie übersichtlich im Vergleich der Flughafenparkplätze in Budapest.
Quelle: Stellungnahme von Bürgermeister Csaba Szlahó zum Bürgerforum in Vecsés, 18. September 2026 – Video auf Facebook (auf Ungarisch).